5 Tage im Allgäu mit einem Sportseminarkurs des Wolfsburger Gymnasiums Kreuzheide(12. Klasse). Basisstation in Spielmannsau. Breitachklamm, Wasserparadies Wonnemar in Sonthofen. 3 Tage Höhenwanderung, Faistenoy, Fiderepasshütte, Hammerspitze, Krumbacher Höhenweg, Mindelheimer Hütte, Kemptner Kopf, Rappenalpe, Birgsau. Bergführer: Ecke Frick, AKTIV AM BERG, Oberstdorf.
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Tourenbeschreibung
Sonntag, 1.7.07

Auf geht's zur Seminarfahrt der 12. Klasse des Gymnasiums Kreuzheide Wolfsburg. Das Thema ist Höhenmedizin, also liegt es nahe nicht an die Ostsee zu fahren, sondern in das wunderschöne Allgäu. Die Schüler waren zwar etwas skeptisch, was das Thema Wandern anging, aber sie haben es sich ja so ausgesucht. Na gut, Daniel Tyler hat ihnen immerhin die Frage gestellt, ob sie dorthin fahren wollen, oder gar keine Klassenfahrt machen wollten.
Am Sonntag war der Treffpunkt am WOB HBF um 7:20h geplant und auch von allen wahr genommen worden. Um 7:40h fuhr der ICE los und jeder suchte sich ein Plätzchen in Zug. Für Schüler scheint diese Uhrzeit am Sonntag recht ungewöhnlich zu sein, jedenfalls fielen viele sogleich nach bequemer Sitzposition in eine Schlafstarre und fanden Motivationssprüche sehr uncool.

Nach dem Umsteigen in Göttingen fuhren wir im IC Nebelhorn direkt nach Oberstdorf. Hier gingen wir (Daniel Tyler, Referendarin Juliane Franke und ich, der bergerfahrene Freund) in die Detailplanung der Tour und arbeiteten noch ein paar Alternativen für den ersten Tag aus, falls es in Strömen regnet.
Auf dieser Fahrt wurde es dank fehlender Klimaanlage zunehmends wärmer und alle lechzten förmlich nach einer Erfrischung. Diese konnten wir uns in Immenstadt in Form von Eis bei einem kurzen Aufenthalt leisten. Am Nachmittag erreichten wir schließlich Oberstdorf und zwei T4-Busse holten uns ab, um uns nach Spielmannsau zu fahren.

Das Gästehaus in Spielmannsau war nur durch uns belegt und so mussten wir lärmmäßig auf keine weiteren Gäste Rücksicht nehmen. Der fehlende Luxus wurde sogleich von den Schüler bemerkt und auch der durchaus leicht "fäkaläre" Geruch, der aus dem Abwassersystem im Keller unsere Nasenflügel streichelte. Egal, wir sind nicht zum Vergnügen hier, jedenfalls nicht die Schüler aus deren Sicht, hehe.
Montag, 2.7.07

Schon am Vortag begann abends der Regen und es regnete sich in der Nacht förmlich fest. Auch der Montag sollte keine Besserung zeigen. Unsere geplante Einstiegstour haben wir sofern ausfallen lassen und sind zu Plan B übergegangen. Als erstes fuhren wir zur Touristen-Info und danach suchten wir das Heimatmuseum auf, das wohl auch montags bei Regenwetter geöffnet haben sollte. Fehlanzeige. Mit dem Bus fuhren wir dann nach Sonthofen in das Wonnemar Spaßbad. Die Kamikaze-Rutsche war der Killer. Pyramidenkämpfe gegen wilde Briten und lässiges Abhängen im Jacuzzibad ließen die zwei Stunden schnell vergehen.

Als weitere Regenalternative bot sich ein Besuch der Breitachklamm an. Nass wird man hier auch wenn es nicht regnet. Nach einer Stunde Spaziergang durch die wilde Klamm kamen wir an einem Parkplatz in Österreich an, wo uns die Busse wieder nach Spielmannsau brachten.
Am Abend kam unser Bergführer Ecke Frick vorbei um uns für die nächsten Tage einzuweisen. Danach packten wir die Rucksäcke und ich machte eine kleine Einführung zur Sicherungstechnik am Klettersteig.
Dienstag, 3.7.07

Um 9.00h waren wir mit Ecke an der Talstation der Fellhornbahn in Faistenoy verabredet. Dort haben die Schüler die Gurte und Klettersteigsets bekommen, die noch in die sehr vollen Rucksäcke eingepackt werden musste. Manche hatte doch den ein oder anderen Liter "Eistee" eingepackt.
Pünktlich um 9:30h begann unser Aufstieg bei 911m. Das Wetter meinte es ja heute zum Glück sehr gut mit uns, man konnte direkt mit kurzer Hose und T-Shirt starten.
Ecke hat immer ein gutes Tempo angeschlagen, was im ersten Moment für die schnellen Jungs zu langsam erschien, aber spätestens an den Steigungen passte die Geschwindigkeit. Es sollte ja schließlich die Gruppe als Gruppe laufen. Es wurde zunehmend steiler und es wurde bei einigen die Höhenangst bemerkbar. Gefährlich war es hier aber zu keiner Zeit.

An einer schönen Stelle auf einer Wiese machten wir eine größere Pause. Hier gab es auch wieder eine Quelle zum Erfrischen. Daniel notierte die Pulsmessungen in seine Liste. Jetzt war es nicht mehr weit bis zur Fiderepasshütte(2067m). Diese erreichten wir gegen 14:00h. Es gab eine Stärkung in Form von Apfelstrudel oder Leberkäse, sowie Gulaschsuppe. Die Hütte war super und echt luxuriös. Die Sanitäranlage waren sehr sauber. Es beklagten sich nur einige über das fehlende warme Wasser. Naja, immerhin hatte Sophie eine Steckdose für ihren Fön gefunden.
Besteigung der Hammerspitze (2259m)

Da das Wetter noch recht gut aussah, meinte Ecke, wir könnten eine Besteigung der Hammerspitze durchaus wagen. Mit dabei waren dann:
Christin, Melanie, Simon, Sebastian, Ecke, Daniel Tyler und natürlich ich.
Auf Wiesenwegen gelangten wir nach einigen Höhenmeter an die ersten Passagen, wo man sich schon festhalten musste. Für die Schüler eine erste alpine Erfahrung. Die Höhe lässt eine einfache Kletterei durchaus schwieriger erscheinen.
Nach ca. einer halben Stunde kamen wir an einen Sattel kurz vor dem Gipfel. Ab hier wurden die Schüler gesichert zum Gipfel geführt. Die letzten 10m kletterte zuerst Ecke nach oben, um das Seil zu befestigen und dann Christin und Melanie nach oben zu sichern. Danach folgen Sebastian und Simon. Daniel und ich kletterten die Passage (2-3Grad) frei ohne Sicherung nach. Oben am Gipfel hatte sich leider der Nebel über uns gelegt und wir hatten keine Aussicht mehr. Egal, es war dennoch ein sehr schöner Moment.
Mittwoch, 4.7.07

Auf dieser Seite des Mindelheimer Klettersteigs, der aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse leider ausfallen musste, war das Wetter etwas angenehmer, da der Wind nicht so stark blies. Bei ca. 1800m erreichten wir die Schneegrenze und nachdem der Himmel sich etwas öffnete, hatten wir wunderbare Blicke auf die gegenüberliegenden Berge. Kurz vor dem Aufstieg zur Mindelheimer Hütte (2058m) kamen wir noch in einen heftigen Hagelschauer. Direkt danach scheinte wieder die Sonne und gegen 13:00h erreichten wir die Hütte.

Der Nachmittag ließ für die Schüler leider keine weitere Kletterei zu (bzw. es hatte wohl keiner mehr die Kondition...). Somit organisierten sie sich zum Pokern und weiteren Spielen in der gemütlichen Hütte. Direkt neben dem Tisch brutzelte das Feuer im warmen Ofen und es war urgemütlich. Viele weitere Gäste (außer dem Sonnemann-Kurs) waren dort nicht. Somit konnten die Schüler nicht so vielen auf den Geist gehen.
Besteigung des Kemptner Kopfes (2191m)
Die Herde entdeckten wir wieder an gleicher Stelle, ca. 300m vor der Mindelheimer Hütte. 12 stolze Tiere, davon ein wahrscheinlich trächtiges Weibchen, mehrere Jungtiere und den Leithammel, der die Herde anführte. Die Tiere sind geschützt und wissen wohl, dass sie schwer zu fangen sind. Somit standen sie recht lässig nur 30m vom Weg entfernt und wir konnten sie sehr gut beobachten.
Um 18:00h bekamen wir ein sehr üppiges Abendmahl. Bratwürste, Bratkartoffeln, sehr viele Salate. Alles viel zu viel. Für den Übernachtungspreis mit Halbpension war dies nicht zu erwarten.
Der restliche Abend verlief mit Spielen und Rätseln. Hierbei ergab sich eine offene Competition zwischen Christin und Daniel Tyler. Ich glaube zum Schluss stand es 3:3 oder so. Sehr schön die Szene mit dem Seilknotentrick, insbesondere Daniels (Schüler) Schulterlockerungsübungen. Auch heute war wieder gegen 22:30h Hüttenruhe.
Donnerstag, 5.7.07

Guten Morgen, 0°C, 15cm Neuschnee, wir haben Juli.
Wer hätte gedacht, dass wir so einen Wintereinbruch im Juli erleben, naja, die Schüler wollten ja unbedingt in die Berge. Lustig ist es dennoch und zum Glück haben wir bei der Packliste auf Mütze und Handschuhe bestanden, jetzt verstanden die Schüler auch den Grund. Die alpinen Gefahren sind halt nicht von der Hand zu weisen.
Um 09:30h begannen wir den Abstieg durch den Schnee. Die Querungen im Schnee verliefen ohne Probleme, trotz der rutschigen Steine. Nach 200 Höhenmetern ließ der Schnee nach und wir gingen im Regen weiter. Jeder war im Abstiegstrott und durch den Regen waren auch keine langen Pausen einzulegen. Selbst die anfangs relativ trittunsicheren Schüler konnten am letzten Tag ohne Probleme über die Steine absteigen.
Um 13:00h erreichten wir Birgsau uns somit unseren finalen Schlusspunkt unserer 3-Tage-Höhenwanderung. Wir gönnten uns Leberkäse, Apfelstrudel und für einige Spezialisten Schnitzel. Nachdem uns die T4-Busse abgeholt hatten und wir Spielmannsau erreichten, gab es 30min um trockene Kleidung anzuziehen und in die Eisporthalle aufzubrechen. Dort gab es eine Kletterwand, die Ecke mal gebaut hatte. Wir wollten den Schülern schließlich die Möglichkeit geben, zu klettern, auch wenn es jetzt indoor war.
Nachdem wir uns dicke Unterarme abgeholt hatten, verabschiedeten und bedankten wir uns bei Ecke und fuhren zurück nach Spielmannsau.
Beim Essen lösten wir das Mörderspiel auf (es war Carolin) und es gab nach dem Lob von Daniel Tyler, Juliane Francke und mir, durchaus auch positive Stimmen seitens der Schüler.
Später am Abend feierten wir noch Sophies 19. Geburtstag und die Nacht war dadruch sehr kurz geworden.
Freitag, 6.7.07
5:30h Aufstehen und ein letztes Mal den Ruhepuls messen. Direkt nach dem Frühstück brachten uns die Busse zum Bahnhof und wir verließen das Allgäu.
Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir Wolfsburg gegen 16:00h.
Eine tolle Fahrt (aus meiner Sicht) mit doch sehr braven und interessanten Schülern, tollen Zeiten (trotz Regens) und wenigstens zwei Gipfelbesteigungen.. Ich hoffe wir sehen uns eines Tages mal im Wald oder in den Bergen. Bis dann, Euer Lars.