Von Oberstdorf nach Spielmannsau und zurück, Edmund-Probst-Haus, Gunzesried Säge-Ostertal-Printschenhütte-Bergasthof Schwaben-Die Hörner-Gunzesried Säge
Tourenbeschreibung
Mittwoch, 3.1.07
Ankunft gegen 20.30h in Oberstdorf. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt parktem wir in der Nähe der Seilbahn und suchten eine feine Essmöglichkeit. Fündig wurden in der Dampfbierbrauerei in der Nähe des Bahnhofs. Nachdem wir in unseren roten Jacken fälschlicherweise für Skilehrer gehalten wurden, planten wir relativ optimistisch und wie immer völlig selbstüberschätzend unsere diesjährige Wintertour für die nächsten drei Tage.
Unser Schlafplatz für die Nacht war der Großparkplatz am Ortseingang (787m). Geplante Abmarschzeit morgen früh 8.00h.
Leider fing es gegen 5.00h an zu regnen und wir mussten in den Golf ausweichen.
Donnerstag, 4.1.07


7.00h Aufstehen. 8.00h Rucksack gepackt und Abmarsch. Vor lauter Schreck, dass wir so pünktlich waren, belohnten wir uns mit einem Frühstück im Cafe Mohrs. Danach führte uns das Trettachtal nach Spielmannsau (1000m), ein kleines Nestchen am Ende des Tals, ein Jugendgästehaus, ein Gaststätte und zwei Häuser. Leider fing es schon unterwegs an zu regnen und wir zogen die Regenjacken über und die Rucksacküberzüge über die Säcke. Nach einer kleinen Frikadellenpause in Spielmannsau sind wir in die Traufbachklamm gestiegen. Dort lag einiges an Schnee, allerdings sehr matschig. Nach einem Tipp eines Ortskundigen, sollten wir nicht zu dicht hintereinander gehen, Lawinengefahr. Und in der Tat waren schon einige Abgänge heruntergekommen, die nun über dem Weg in der Klamm lagen. Etwas mulmig war uns schon. Zum Glück kamen wir gut oben im Traufbachtal an (1120m). Hier entschieden wir uns aber unsere Pläne vom Vorabend zu verwerfen, da die Berghänge bei dem mittlerweile starken Regen extrem aufgeweicht waren und die Lawinengefahr einfach zu hoch war.
In Spielmannsau mussten wir uns gegen 13.00h 2 Sch**'*egal-Weizen einwerfen und enschlossen uns mit der Seilbahn auf die Bergstation zu fahren und im Edmund-Probst-Haus zu nächtigen. Vielleicht ist oben mehr Schnee und etwas kälter.
Freitag, 5.1.07

Nach dem Frühstück mit Ursel, der Talfahrt und der Ankunft in Gunzesriedener Säge (950m) ging der zweite Teil unserer diesjährigen Wintertour. Vorbei an der Stuttgarter Hütte und der Mittelbergalpe erreichten wir bei viel Wind (kein Regen) den Ostertalberg (1383m). Der Aufmarsch ging soweit recht gut, da der Grat schön frei geweht war. Der Weg in Richtung Höllritzalpe ging nun teilweise im Wald voran und ließ sich nur vernünftig wandern, da Schneeschuhwanderer den Weg plattgegangen sind. Kurz vor der Höllritzalpe an einem kleinen Anstieg deutete sich allerdings schon das heutige Debakel an. Man versank ab und zu bis oberhalb der Knie im Schnee. Aber die Alpe (1400m) erreichten wir recht schnell und wir folgten dem imaginären Weg (keine Schilder mehr) in Richtung Printschenhütte die von dort in ca. 750m schon zu sehen war.

Für diesen Weg benötigten wir fast 3h. Wir versanken ständig bis zur Hüfte im Schnee. Dann hatten wir Probleme den Weg zu finden und so langsam ging uns der Tee aus. Man konnte gut das Bleicherhorn sehen und wir überlegten zeitweise zu dem Sattel aufzusteigen und eine andere Route zu wählen, allerdings verwarfen wir diese Möglichkeit wieder, nachdem wir auch in diese Richtung nicht besser vorankamen. Teilweise versuchten wir nahe der Büsche halt zu suchen, damit man nicht bei jedem Schritt einsank. Immer abwechselnd arbeiteten wir uns so 10m-weise vor. Ich versucht mich auf meinem Rucksack abzustützen, aber schon nach wenigen Würfen, taten mir die Schultern weh, so dass auch das keine gute Lösung war. Endlich erreichten wir den querenden Weg vom Sattel. Immerhin hatten wir nun definitiv wieder einen Weg erreicht. 2h waren nun vergangen und wir sind 50m Höhemeter und 400m voran gekommen.

Als wir völlig erschöpft die Printschenhütte(1462m) erreichten, war es dunkel und schon kurz vor 18.00h. Sie war zu und auch nicht zu öffnen. Es war wohl klar, dass wir heute abend nicht mehr zu der bewirtschaftenten Hütte im Bolgental auf der anderen Sattelseite aufbrechen werden, da wir einfach zu erschöpft waren und im Dunkeln der Weg überhaupt nicht zu erahnen war. Also notbiwakieren im Windschatten der Printschenhütte. Nach den Nudeln waren wir um 19.30h in der warmen Tüte. Am Abend hörte der Schneefall auf und wir hatten eine Weile sternklare Nacht.
Samstag, 6.1.07

Leider fing es gegen 4.00h an richtig zu regnen und der Wind hatte sich etwas gedreht, so dass wir die Schauer immer direkt auf unseren Schlafsack abbekamen. Wir rollten uns unter die Folie, aber gegen 7.00h war der Schlafsack fast durch.
Um 7.30h quälten wir uns aus unseren Säcken und sorgten für heißen Kaffee und ein heißes Grießbrei-Frühstück. Wir packten unsere kaltnassen Sachen und brachen auf, um das Berghaus Schwaben zu finden, dort wo wir eigentlich schlafen wollten. Wir schon den Vortag geahnt hatten, war der Aufstieg zum Sattel (1550m) sehr anstrengend und der Weg überhaupt nicht zu sehen. Gegen 10.30h kamen wir am Berghaus an und drei Weizen sollten unsere Stimmung aufheitern. Es kam schließlich auch die Sonne raus und ein toller Tag begann. Es war jetzt auch wieder Zeit, Kontakt mit dem daheimgeliebenen Herrn Tyler aufzunehmen. Ein Teller Suppe für Eric und Spätzle für mich und die Hörnertour begann.

Nach kurzer Diskussion mit zögernden Snowboarderinnen an der Seilbahnbergstation, ging die Schwitzerei wieder los, hoch zum Weiherkopf (1665m). Oben angekommen gabs Kleber in Tüten (wie hieß das Zeug eigentlich nochmal?). Und dann war auch klar, warum dieser Weg Panorama-Weg heißt. Ein Wahnsinnsausblick des komletten Tals über Nebelhorn bis in das Klein-Walsertal.
Der nächste Gipfel war das Rangiswanger Horn (1616m). Von hier konnte man auch die Printschenhütte sehen und das komplette Ostertal (die Schneereserve Deutschlands...). Die Strapazen des gestrigen Tages und des heutigen Morgens kam wieder klar in Erinnerung (die Weizenenergie ließ ja auch jetzt wieder nach).

Weiter über das Sigiswanger Horn (1527m), dem Ofterschwanger Horn (1406m) ging es weiterhin stetig hoch und runter aber dennoch bergab bis zur Obereggalpe 1223m. Hier war so ziemlich die geschlossene Schneedeckengrenze erreicht. Insgesamt gesehen wäre die Tour mit Tourenskier interessant, aber für mich mit dem schweren Rucksack in den Abfahrten nicht machbar gewesen. Was definitiv perfekt gewesen wäre: Schneeschuhe. Das Einsinken bis teilweise über die Hüfte war absolut kräftezehrend. Über die Geißrückenalpe (1102m) kamen wir mit müden Füßen an der Otto-Schwegler-Hütte (1000m) an, wo wir die letzte Nacht verbringen wollten. Am Abend aßen wir in der nahegelegenen Alpe (Die DAV-Hütte war für Selbstversorger, Weizen gab es aber zum Glück), danach holten wir den Golf vom Großparkplatz in Gunzensrieder Säge zur Hütte. Den Abend verbrachten wir noch nett in der Stube und wir mussten den Hüttenbewohner unsere Tour schildern, wobei ein gewisses Unverständnis herrschte, dass wir diese Strecke ohne Schneeschuhe gemeistert hatten. Die Nacht war gut und mein Compede-Pflaster, das eins mit meiner Socke geworden war konnte ich hier gut von der Fußsohle ablösen.