Skifahren in der Tschechischen Republik

4.30h Fahrzeit von Wolfsburg nach Oberwiesenthal im Erzgebirge. Ankunft um 00.30h, die erste Nacht verbrachten wir im 20cm tiefen Schnee im Zelt. Leider regnete es fast die ganze Nacht und der Schnee dezimierte sich um die Hälfte.

In Oberwiesenthal haben wir uns Langlaufskier gemietet und mit der Gondel auf den Fichtelberg (1214m) gegondelt. Nach kurzer Gleitprobe auf den Brettern führte uns die Loipe vorbei an der Sachsenbaude zum Grenzübergang Brand. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Skimagistrale, die uns westwärts führte. Immer auf der Höhe von 1000m (+-50-100m) lag genügend Schnee.

Der teils orkanartige Wind peitsche allerdings auf freien Flächen stark ins Gesicht und bildete starke Schneeverwehungen. Nach insgesamt 27km erreichen wir erschöpft den Blatensky vrch (Großer Plattenberg 1043m).

Das Nachtlager bereiten aufgrund des starken Windes in einem Iglu vor, welches direkt neben der Hütte wohl von Kindern gebaut wurde. Nach einer kräftigen Erbsensuppe mit Würstchen und einem Liter Glühwein, konnte mich Daniel doch überreden, noch runter nach Horni Blatna in eine Kneipe zu gehen. Tschechisches Bier - 80Cent, Tschechische Kneipentemperatur - 28°C. Am Morgen nach dem üblichen Wachmacherkaffee gab es diesmal ein Vanillegrießbrei mit Pflaumen.

Da das gestrige Bier so günstig war, hatten wir schnell beschlossen weiterhin auf der tschechischen Seite des Erzgebirges zu bleiben. Um wieder zu einer Loipe zu gelangen, führte uns ein Wanderweg nördlich vom Blatensky vrch abwärts. Nach kurzem Fußmarsch schnallten wir uns die Skier wieder unter und heute mit Rückenwind aber trotzdem nicht weniger anstrengend.

Nach einem 2,5km schnurgeraden Anstieg waren wir recht fertig und benötigten dringend etwas Warmes. Da Daniel seine Thermoskanne vergessen hatte, konnte nur eine warme Mahlzeit uns retten. Wir zauberten kurzerhand "Knackwurstfondue Böhmer Art". Da sah zwar aus wie Erbrochenes, war aber in dieser Situation abartig lecker. Nach einem Käffchen in einem nahen Cafe und einer Heldenaktion am Berg erreichten wir nach 20km Bozi Dar (Gottesgab).

In Bozi Dar kamen wir wieder in den Genuss des günstiges Biers, Vodkas und Essens. Nach 4h Männergesprächen konnten wir uns endlich aufraffen unseren heutigen Schlafplatz zu suchen.

Der Weg auf den Klinovec (Keilberg 1244m), den höchsten Berg im Erzgebirge, war durch den sehr starken Wind und Schneefall aufregend und beschwerlich zugleich. Oben angekommen realisierten wir schnell, dass wir ohne Unterstand draussen nicht schlafen konnten. Das Hotel erteilte uns leider eine Abfuhr, aber an der südlichen Liftbergstation bekamen wir eine Übernachtungsmöglichkeit mit Frühstück für 12,-Euro pro Person. Ein Pivo wurde noch gezapft und dann ab in die Heia.

Das üppige Frühstück, 2 Krapfen mit Sahne, Brot mit Marmelade, Joguhrt und reichlich Kaffee brachte uns wieder nach vorn. Nach 2,5h erreichen wir wieder Oberwiesenthal.