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Klettertour Karwendel Mai 2007

Klettersteige Europa Deutschland Oesterreich 25.-29. Mai 2007
Lars Reckemeyer, Daniel, Tyler, Eric Böttger, Guide: Herbert Taxer
3 Tage mit Bergführer Herbert Taxer. Klettertour an der Kreuzwand (6 Seillängen Grad 4-4+), Aufstieg zum Gerberkreuz (6 Seillängen Grad 4), Kaiser-Max-Wand bei Zirl (4 Seillängen bis Grad 6)

Freitag

Unterwegs Die Wettervorhersage sieht nicht gut aus. Schon in WOB gab es das erste Unwetter. Hoffentlich wird das was.
22.30h Ankunft in Scharnitz (Österreich). Auch diesmal wohnen wir im Haus Angerer, wo wir wieder das ganze Haus nur für uns haben. Der Wohnzimmerzug scheint dieses Jahr allerdings leiser geworden

Samstag

Karwendelbahn Daniel sichert ein weitere Reibungsplatte Herbert weiter oben Eric kommt nach
Um 8:00h morgens kam Herbert vorbei und beim leckeren Kaffee wurde der erste Tag verplant. Das Wetter war gut. Der Föhn hielt das schlechte Wetter zurück. Herbert schlug vor mit der Karwendelbahn auf die Westliche Karwendelspitze zu fahren und wie letztes Mal ins Dammkar abzusteigen.
Von der Dammkarhütte mussten wir etwa 100m zum Einstieg der "luftigen Kante" an der Kreuzwand überwinden und die ersten Schweißtropfen landeten im Geröll. Nachdem wir unsere Sicherungen angelegt hatten, gab es noch kurz Irritationen bezüglich der Sicherungsknoten, aber kurzen Übungen waren die auch fast wieder drin.
Die "luftige Kante" ist eine 6-Seillängen Tour im 4 Grad mit einer 4+ Schlüsselstelle. In der zweiten Seillänge gabe es eine interessante Reibungsplatte, die Vertrauen in die Kletterschuhe abverlangte. Die Schlüsselstelle in der 4. Seillänge war ein Spreizschritt mit wenigen Griffen am Fels.
die letzte Seillänge durch schrofengelände Der Ausstieg gab einen herrlichen Blick auf Mittenwald. Nun sah das Wetter schon nicht mehr so gut aus. Am Wettersteinmassiv drückte die Gewitterfront schon über die Berge und wir machten uns an den Abstieg durch steiles Schrofengelände. Hier war nochmal äußerste Vorsicht geboten. Vom Sattel ging es bis zu Dammkarhütte in einer schnellen Geröllabfahrt.
Enzian und Dammkarhütte Huber Weisse und Herbert Bergführer mit Regenschirm Klarkommen bei Angerers
Zwei Weißbier und eine Bratkartoffelportion mit Würstchen oder Sülze später war das Gewitter auch in das Dammkar eingezogen. Glücklicherweise ebbte es schnell ab und auch der Regen ließ uns beim Abstieg nicht wirklich naß werden. Nach dem Abstieg waren unsere Oberschenkel knallhart. Nach der Klarkommphase nach der Dusche und einem weiterem Bier, konnte Daniel nicht ohne Eis leben und wir machten einen kleinen 200m Spaziergang an der Isar zum nächsten Eiscafe. Früh gingen wir ins Bett da Herbert wieder meinte, dass wir am nächsten Tag um 6:00h abmarschieren wollten.

Sonntag

Mittenwald 1 Mittenwald 2 kaputte Knipse
4:45h klingelt der Wecker. Der Klüsenentferner wurde aufgesetzt und der Tisch gedeckt. 3 Eier in den Ovomaten und um 5:30 saßen wir am Frühstückstisch und schmierten uns die Bergsteigerstullen. Kurz vor 6:00h kam Herbert und war fast erstaunt, dass schon alles gepackt war. Um 6:05h kamen wir am Karwendelbahnparkplatz an und erneut 5 min später (nachdem Daniel seine 4 Socken an und seine Stiefel zugebunden hatte) gingen wir hinauf zur Mittenwalder Hütte. 1h später und 700 Höhenmeter kamen wir dort an und gönnten uns einen feinen Kaffee.
1. Seillänge 1. Standplatz Daniel Lars und Herbert
Der Weg zum Einstieg in den "Südwestgrat" auf das Gerberkreuz zog sich weitere 300 Höhenmeter durch schmale Wege und später steiles Schrofengelände. Hier war es frisch, ein scharfer Wind und Start im Schatten. Eric hatte wie immer Probleme mit seinen Fingern, da muss er sich auch mal besser konzentrieren...
Die ersten zwei Seillängen begannen im 4 Grad, allerdings mit feinster Aussicht auf Mittenwald und das Isartal. Luftig kann man das wohl bezeichnen.
3. Standplatz Rucksack im Karwendel 4. Seillänge 1 4. Seillänge 2
Nach der dritten Seillänge im 3. Grad wechselte Herbert in die neue Pinocchio Route, die uns weiter im 4. Grad nach oben führte. Insgesamt war es eine schlüssige Kletterei ohne große Überraschungen. Dies ist bei dieser Höhe aber auch nicht erforderlich...
weiter oben 5 Standplatz 1. Abseillänge Wetterstein
Vor der letzten 6. Seillänge sah es in den Nebentälern schon arg besorgniserregend aus und Herbert mahnte uns an, jetzt mal fix zu machen und nicht so viele Fotos mehr zu schießen. Nach Bewältigung dieser letzen Höhe war es für Herbert klar, dass wir nicht weiter auf den Lindnerkopf aufsteigen, sondern aus Sicherheitsgründen über " Bill Haley" abzuseilen. 150m Meter senkrecht mit Überhang nach unten, dass war insbesondere für Herrn Tyler ein feines Abenteuer.
Herbert und Lars in den Schrofen Daniel in den Schrofen Eric in den Latschen Mittenwalder Hütte
Nach ein paar Irritationen wie der Weg durch das Schrofengelände zu beschreiten wäre, versuchten wir den Weg durch die Latschen. Eine Handabseilung vereinfachte eine kritische Stelle. Das Wetter sah jetzt nicht mehr ganz so kritisch aus, aber Sicherheit geht immer vor und Herbert ist der Chef. An der Mittenwalder Hütte roch es schon wieder herrlich nach frischem Weißbier und einem Klasse warmen Mahl. Für unsere Oberschenkel war der Abstieg die Hölle, aber heute zum Glück ohne Regen.
Abends, wieder einmal nach dem Klarkommen und einem kleinen Nickerchen, gingen wir Pizzaessen. In Richtung Norden gab es Wetterleuchten in den Wolken und das gab ein herrliches Fotomotiv, danke Daniel für den Tipp.
Chillen Wetterleuchten

Montag

1. Seillänge Schlüsselstelle 4. Seillänge on top
Eigentlich wollten wir erneut auf die westliche Karwendelspitze fahren um in alpiner Höhe zu klettern. Doch schon am Ortseingang Mittenwald war klar, dass dies ein sehr kaltes und nebliges Unterfangen wäre. Wir beschlossen kurzerhand in das Inntal nach Zirl herunter zu fahren um eine Klettertour an der Kaiser-Max-Wand zu machen. Wie sich herausstellte, wehte hier der Föhnwind sehr heftig, aber das bedeutete erstmal gutes Wetter. Es war sogar recht warm, ca. 20-25°C.
Herbert hat sich eine Seniorentour ausgesucht: Die Kaiser-Max-Spätlese. Das mit der Seniorentour relativierte sich spätestens in der zweiten Seillänge an einem Überhang, wo die 6+ wartete. Dies war für mich gerade so technisch (Anfassen der Expressschlinge) zu machen. Dicke Unterarme und Flattern in den Beinen war die Folge. Zwei weitere Seillängen waren glücklicherweise nicht mehr so kritisch. Nach zwei Abseillängen kamen wir wieder unten an.
Daniel in der ersten Abseillänge Eric in der zweiten Abseillänge Daniel in der zweiten Abseillänge Herbert in der zweiten Abseillänge
Etwas östlich gelegen, war ein weiterer Klettergarten zu Fuß zu erreichen. Dort trainierten wir ein wenig die Reibungskletterei und gewannen mehr Vertrauen in die Kletterschuhe. Am Auto waren wir gegen 14:15h und die ersten Regentropfen fielen, der Föhn hatte nämlich nachgelassen.
In Scharnitz hatte es nur noch 8°C und es war wirklich kalt geworden. Inzwischen regnete es richtig. Mit Herbert tranke wir noch zwei Käffchen und er übte Manoeverkritik bezüglich unserer Kletterei. Ach die Fotos wollte er trotz aller Meckerei dann doch haben, aber gerne doch!
Klettergarten Adlerhof

Dienstag

Es regnet wie aus Eimern. Um 8:00h waren wir fertig mit Frühstück und dem Aufräumen und Packen. Wir bedankten uns bei Frau Angerer und auf in die Heimat. Den Scheibenwischer konnten wir eigentlich nicht ausmachen und wir sahen diverse Unfälle auf der Autobahn. Ist es nun gefährlicher am Berg oder auf der Straße?
Das Credo wie vor zwei Jahren: Herbert, wir kommen wieder!
©2009 Lars Reckemeyer - Letzte Änderung am 25.05.2009
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