3 1/2 Tage über Himmelfahrt an den Gardasee. Tremalzo-Pass, Geradro Sega-Klettersteig, Freeclimbing oberhalb Torbole.
Mittwoch
Am Nachmittag fuhren Mathias und ich nach Peine, um die ganzen Klamotten in Eric's neuem VW-Bus zu verstauen. Schnell noch die Jungs in der Zweiradcompany neidisch machen und noch Herrn Tyler in WOB abholen. Sandras Spezialfrikadellen verwandelten den Bulli in eine deftige Metzgerbude.
Donnerstag
Wir kamen früh morgens um 05.00h am Lago die Ledro an und mussten ein 3h Nickerchen machen, bis uns Straßenbauarbeiter weckten. Der Campingplatz am oberen Ledrosee war erste Sahne und sehr günstig, Duschen ohne Marken!

So gegen 10.00h hatten wir unsere Bikes startklar und sind im Ledrotal aufwärts gefahren, dann nach zwei Ortschaften links ab in die Berge in Richtung Tremalzopass zu fahren, bzw. zu schieben. Es war nämlich, wie dann herausgefunden die Downhillstrecke der Tour, die wir quasi in verkehrter Richtung angegangen sind.

Ca. 200 Höhenmeter unterhalb des Tremalzopasses kehrte in unseren Mägen der Hunger und wir im kleinen Tremalzoörtchen in einer Pizzeria ein und bestellten vier Wagenräder und drei Weizen und eine Uller-Cola.
Die Energie ging quasi direkt in die Beine und die restlichen 200m von den insgesamt 1200m vergingen reativ fix. Oben am Pass war es noch kalt und in den Nordlagen hatte sich noch der Winterschnee gehalten.

Aber jetzt ging es abwärts über luftige Serpentinen und mit tollem Blick über das Ledrotal bis zur Gardaseefurche.
Klar, das wir bei jedem kleinsten Huckel anhalten mussten um phänomenale Flugaufnahmen zu machen.

Je tiefer wir kamen, desto wärmer wurde es und wir konnten unsere Bein und Armstrapse, sowie Windjacken wieder im Rucksack verstauen. Eine feine Abfahrt insgesamt.
Am Abend war eine erneute Disziplin erschaffen worden, das Fahren gegen die örtliche Geschwindigkeitsmessanlage. Nachdem ich erst mit 47km/h führte konnte Daniel mich mit 48km/h noch schlagen.

Nach einem Bremsmanöver meinerseits, gab es diese Jahr erneut ein Bratwurst am Hals. Meine Hintergabel war erneut gebrochen, an der selben Stelle, wie im letzten Jahr. Obwohl man mir vom H&S-Bikediscount versichert hat, es wäre eine verstärkte Strebe eingebaut worden. Das zum Thema Vertrauen und Service. Ich kaufe niemals wieder ein Mountain-Bike bei diesem Laden! Das ist schon mal raus.
Freitag

Also Bike kaputt und am Campingplatz gelassen. Klettersteigklamotten in den Bus und ab zur Madonna delle Neve nahe des Monte Baldo. Der Klettersteig Gerardo Sega wird Mathias' erster. Schon der Hinweg war diesmal sehr entspannt, da wir aus der Höhe abstiegen und so 400 Höhenmeter im Gegensatz zum unteren Parkplatz einsparten. Die Gumpe hatte wie die letzten Male in dieser Jahreszeit wenig Wasser und der Bärlauch lag schwängernd in der Luft. Kurz vor dem Einstieg lag wie vor zwei Jahren eine Aesculapnatter auf dem Weg, die sich aber schnell verzog. Der Größe nach zu urteilen, könnte es tatsächlich die selbige sein.
Dieser Klettersteig besticht durch seine schönen Bänder und tollen Überhänge im oberen Bereich. Mauersegler pfeifen in den Aufwinden vorbei und haben scheinbar Spaß an den knappen Sturzflügen nahe der Felsen. Mathias hat sich schnell eingeklinkt und höhenmäßig gab es keine Probleme.

Zum Abschluß bietet der Klettersteig einen schönen überraschenden Abschluß und tolle Tiefblicke bis in das Etschtal. Ein Gipfeltrunk und wieder ein Klettersteig hinter uns.
Diesmal hatten wir am Abend wieder die örtliche Geschwindigkeitsmessanlage im Auge. Jetzt in der Sprintdisziplin. Wieder hatte Daniel mit 28km/h einen knappen 1km/h Vorsprung vor mir.
Samstag

Oberhalb von Torbole bietet sich uns ein feines Klettergebiet, welches zwar relativ voll war, aber gerade für Einsteiger gute behakte Touren bietet. Somit hatte Eric auch sein erstes 6- Vorstiegsdebut (sowie ich meine erste 6- im Toprope). Heiß war es und leider etwas diesig, sonst hätten wir eine sagenhaften Blick auf den Gardasee gehabt. Ein paar weitere Touren und die Unterarme schwollen an.
Einen perfekten Abschluß hatte unsere Tour mit selbstgemachtem Carpaccio am Ledrosee und dem herrlichen Sonnentuntergang.
Die Rückfahrt ist wie immer sehr nervig und zeitraubend für uns Nordlichter. Ja ihr Münchener habt es da besser...
10h vom Ledrosee bis Wolfsburg, dann nach Braunschweig, Peine und ich nach Wolfenbüttel. Egal, Gardasee ist immer geil.