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Klettersteigtour Gardaseeberge/Dolomiten Mai 2005

Klettersteige Europa Italien 04-07. Mai 2005
Lars Reckemeyer, Eric Böttger
2 1/2 Tage über Himmelfahrt an den Gardasee und Dolomiten. 3 Klettersteige aller Schwierigkeitsgrade.

Eigentlich sollte es ja eine Mountain-Bike Tour durch das Erzgebirge werden. Aber da dort die Wettervorhersage so schlecht war, beschlossen Eric und ich erstmal in die Dolomiten zu fahren, da dort die Aussichten für die nächsten Tage besser sein sollten.

Mittwoch

Nachdem die Bikes und die Kletterklamotten verstaut waren, ging es auf die Autobahn Richtung Süden. Um ca. 04.00h kamen wir in St. Christina im Grödner Tal an. Schnell noch ein Gute Nacht Pils, eine Knoblauchfrikadelle von Sandra und dann ab in den Schlafsack um noch etwas Schlaf zu bekommen.

Donnerstag

Morgens war es doch recht frisch geworden und wir zweifelten schon, ob das hier zum Biken nicht doch zu kalt wird. Wir waren schließlich schon auf 1540m. Nach dem ausgiebigen Frühstück in einem Hotel packten wir unsere Bikes aus und die langen Hosen an. Die erste Bike-Tour führte uns an der nördlichen Grödnertalseite Richtung Wolkenstein und wir hatten einen schönen Ausblick auf den Langkofel. Nach stetigem Auf und Ab erreichten wir schließlich Wolkenstein und das Langental in dem wir unsere Fahrt fortsetzten.
Direkt am Parkplatz sollte auch, wie ich im Internet herausgefunden habe, ein neuer Klettersteig beginnen, der sehr attraktiv klang. (KS Sandro Pertini, Steviahütte) Weiter im Langental ging es stets auf einem Schotterweg bergauf. Auf einer Almwiese stand ein großer Felsblock, der nur so zum Quatschfotomachen lockte. Etwas später endete der fahrbare Weg auf 1900m. Leider fing jetzt an zu schneien. Schnell noch einen Müsliriegel und danach die Abfahrt geniessen. Schöne Sprünge, Buckelpiste und kalte Finger gab es gratis. Ab Wolkenstein sind wir jetzt auf der südlichen Grödnertalseite über kleine Trailwege zum Startpunkt zurückgekommen. 25km in 3h, 600 Höhenmeter.
Jeder noch eine letzte Frikadelle mit Senf und nichts wie ab zum Gardasee, dort wird doch wärmer sein. Nach gut 1.5h später erreichten wir Mori. Schnelleinkauf, Bananen, Bier , Wasser und Schoki.
Es war 16.00h und noch Zeit für den Monte Albano Blitzaufstieg. Durchgeschwitzt kamen wir am Einstieg an und schienen die letzen für heute zu sein. Dann drängelt wenigstens keiner. Aufgrund der Tatsache, dass wir die Nacht durchgefahren waren und schon eine Biketour hinter uns hatten,bwaren entsprechend erschöpft und die senkrechten Passagen kamen mir anstrengender vor, als vor einem Jahr. Nach schon 1.5h erreichen wir den Klettersteigausstieg. Zum Glück hat das Wetter gehalten. In Marlone am Ledro-See finden wir ein nettes Bike&Bed Hotel. Tre Oche, drei Sterne und 30Euro pro Person und Nacht inklusive Frühstück. Heute waren wir früh im Bett.

Freitag

Um 08.00h gibt es Frühstück mit feinem Käffchen. Danach packten wir wieder unsere Bikeklamotten und auf ging es in den Sattel. Wir umrundeten den Ledro-See und fuhren dann in Richtung Rifugio Pernici die Berge hinauf. Es ging stetig mit einer Steigung von 11% die Serpentinen hinauf. Nach 2h haben wir 1000m überwunden und kommen völlig durchnässt am Rif. Pernici an. Hier war alles voller Mountain-Biker, die dann den Downhill nach Riva oder den Weg zurück zum Ledro fahren wollten.
Plötzlich machte ich eine schreckliche Entdeckung an meinem Bike: Eine Strebe an der Hinterradgabel oberhalb der Scheibenbremse war gebrochen. Na super, kann ich damit noch fahren? Wie sich herausstellte, war die hintere Bremse unbrauchbar. Das bedeutete, den ganzen Berg auf der Teerstraße langsam herunterrollen und ständig mit der Vorderradbremse bremsen. Das dauerte etwa eine Stunde und ich habe meine linke Hand kaum bewegen können. Sehr ärgerlich.
Am Nachmittag zog Regen auf, aber wir beschlossen noch den Klettersteig Fausto Susatti am Cima Capi vorbei zu gehen. Der Aufstieg war sehr steil und mühsam, zusätzlich regnete es ab und zu, so dass ein drückendes Dschungelklima entstand. Der Klettersteig war relativ kurz, bot aber schöne Tiefblicke auf Riva und den Gardasee. Ein Abendessen am Ledro und der Tag ging zu Ende.

Samstag

Heute haben wir das Frühstück extra etwas eher geordert, um rechtzeitig loszukommen. Nach langen Überlegungen und Diskussionen haben wir beschlossen noch einmal in das Grödner Tal zu fahren und den Sandro Pertini Klettersteig zu besteigen. Schnell noch die Nudeln und Olivenöl für zu Hause einkaufen und um 11.00h waren wir wieder im Grödner Tal (Parkplatz Langental 1600m) und auf dem Weg zum Klettersteig. Der Anstieg ist mit nur 100 Höhenmetern recht kurz und angenehm. Der Einstieg geht gleich sehr steil los, ist aber sehr neu und gut gesichert. Es gibt kaum Passagen in denen man mit hängendem Arm die Karabiner umhängen muss. Nach knapp einer Stunde erreicht man die erste Leiter und danach die einzige ungesicherte Passage, die aber gut zu gehen ist. Einige Tritte sind leider stark mit Erde belegt und somit bei Nässe recht rutschig.
Nach einer weiteren halben Stunde kommt eine schöne Leiterbrücke mit feinen Tiefblicken. Nach weiteren 30 Minuten und noch einer Leiter sind wir am Gipfelbuch (2160m) angekommen und genießen die atemberaubenden Tiefblicke (fast 600m senkrecht).
Nach einer Viertelstunden kommen wir an der Stevia-Hütte an und machen eine Bananenrast. Der Abstieg ist über den "Express-Weg" recht steil und mühsam. Empfehlenswert ist der Normalabstieg, der etwa 20min länger dauert. Insgesamt einer sehr eindrucksvoller Klettersteig. Der Rückweg nach Peine dauerte dank Stau leider fast 10h. Zum Glück hatten wir auf der Tour unsere Klettersteigausrüstung dabei, sonst wären aufgrund des Rahmenbruchs aufgeschmissen gewesen.

©2009 Lars Reckemeyer - Letzte Änderung am 25.05.2009
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