24.09. – Tofino und Heiratsantrag
Lange geschlafen bzw. nach dem Aufwachen gelesen haben wir heute. Dann ging es los nach Tofino. Nun kommen wir tief in den Pacific Rim National Park. Auf dem Weg nach Tofino kurz vor dem riesigen Kennedy Lake rannte uns ein Schwarzbär über die Straße – zu schnell für ein Foto. Dann sind wir am Wickaninnish Beach im Infocenter gewesen. Da wird viel über Buckelwale und Regenwald berichtet. Knochen von einem Grauwal liegen dort, der nach einer Orcaattacke am Strand angespült wurde. Wusste gar nicht, dass die auch Wale angreifen.
Dann sind wir den South Beach Trail gegangen, der aber nicht so spektakulär war. Dann sind wir weiter gefahren und sind den Schooner Beach Trail gegangen. Superschön durch einen Regenwald zum Strand, wo wir ungefähr eine Stunde faul waren. Danach sind wir erst mal nach Tofino, auch nicht unbedingt die Traumstadt und alle Geschäfte hatten schon zu.
Dann sind wir zum Pointe Restaurant, welches auf einer Klippe ist, aber war viel zu nobel und zu teuer für uns. Nun begann die Campground-Odyssee. Der erste war ganz ordentlich, aber für 30$ im Wald zu teuer. Der Zweite war saumies und heruntergekommen, der dritte wurde es dann, zwar auch 29$, aber mit Meeresblick und –rauschen. Schön. Da lagen wir auch noch eine Stunde am Strand und haben das herrliche Wetter genossen. Man kann hier so schön faul sein...
Abends sind wir dann im Schooner Restaurant Essen gegangen. Als Vorspeise gab es einen Riesenpilz mit tausend Sachen gefüllt an Blaubeersauce. Mmmmmh. Lars hatte Mate's Plate Fischplatte mit 3 verschiedenen Sorten, aber auch Auster und Kaviar mit superleckeren und interessanten Saucen. Ich hatte Rosies Plate , das war Lachs mit Ahornsirup gegrillt, Reis, Kürbis, Spargel, Pilze und Sauce Hollandaise. Nur lecker. Hat natürlich auch was gekostet, aber dafür waren wir auch nur einmal essen.
Hinterher haben wir mit einem Fläschen Merlot am Lagerfeuer gesessen.
Und dann hat Lars mir einen Heiratsantrag gemacht und ich hätte es den Abend sonst auch gemacht (Plan B). Bin ganz dolle glücklich und hoffe er auch...(Er auch!)
25.09. – Biber im See

Auf der Rückfahrt von Tofino machten wir einen Zwischenstopp auf dem Radar Hill, der eine tolle Aussicht bieten sollte, was aber weniger spektakulär war. Einer weiterer Riesenbaumtrail war die nächste Sehenswürdigkeit. Wahnsinn, die Größe kann man bloß begreifen, wenn man selber davor steht.
An einem See probierte ich meine Angelkünste, leider wie immer bis jetzt erfolglos.
Nachdem Nachmittag am See fuhren wir erst zur örtlichen Sanidump-Station und dann über eine Gravelroad zu der Loveland Bay, wo ein kleiner Provincial Parc gelegen war.
26.09. – "Da draußen sind die Orcas..."
Komischerweise ist der See über Nacht ein ganzes Stück angestiegen. Verstehe das einer...
In Campbell River haben wir getankt und dann los Richtung Telegraph Cove. Wetter war super, wie schon die ganze Zeit. In Woss (bis dahin war nichts los nur fahren, fahren, fahren) haben wir uns jeder einen Kaffee und einen Blaubeermuffin gegönnt. Dann weiter. Kurz vor Telegraph Cove eine fette Nebelwand. In Beaver Cove konnten wir beobachten, wie das Holz auf dem Wasser so zusammengedrückt wird, dass er später auf die Laster pass

In Telegraph Cove angekommen war es kurz nach 12.00h. Es ist ein kleines Nest, wo max. 12 Leute ständig wohnen und was auf Stelzen steht. Um 13.00h ging die Whalewatchingtour los. Für Sauteuer ca. 100,-DM für jeden und auf einem Holzschiff, welches 1954 gebaut wurde. Als wir losgefahren wollten kam eine andere Tour zurück, die mit einem Schlauchboot unterwegs waren. Die sahen natürlich viel sportlicher aus und wir bekamen schon 'ne kleine Krise.

Außerdem war es immer noch nebelig und der Kapitän sagte: "Da draußen sind Orcas, aber ich weiß nicht, ob wir sie schon sehen werden bei dem Nebel. Geld gibt es nicht zurück..." Da kriegte Lars die nächste Krise. Zusätzlich waren zu unserem Grauen auch noch Sachsen an Bord:"Nü, gügge mol dö der janze Ünrat hier.." (gemeint waren Wasseralgen umgeben im klarsten Wasser...)
Dann ging es los. Mit Nebelhorn (saulaut) und allen Tricks war es im Nebel eigentlich auch ganz geil. Nach einiger Zeit wurde dann der Motor gestoppt und man hörte das Prusten eines Wales. Manchmal konnte man ihn im Nebel erkennen. Und... der Nebel lichtete sich und eine ganze Orcaherde taucht auf. 2 Männchen, 7 Kühe und ein paar Kälber. Sie schwammen manchmal ganz dicht am Boot vorbei.

WOW! Später tauchten auch noch Delphine auf und dann kam herrlicher Sonnenschein. Die Meeresbiologin erzählte noch über Orcas und wir konnten die verschiedenen Echos der beheimateten Gruppen hören.
Wieder im Hafen sind wir Richtung Schoen Lake Park gefahren, der hatte aber leider keine Sani-Dump-Station, also weiter nach Sayword auf einen zwar nicht so tollen Platz (von der Lage her), aber egal. Abends gab es Fachitas und Relaxierung.
27.09. – Über Denman 1 nach Hornby Island
Heute hat Vanessa Geburtstag (7 Jahre), also erst mal wieder zu Hause anrufen und Glückwünsche abliefern. Nachdem wir noch mal "abgedumpt" haben und Frischwasser aufgefüllt haben, Rudi Völler verabschiedet (der Campchef sah wirklich so aus...) haben, ging's noch zu einem Cable House, das ganz aus Stahldraht gebaut ist. Das hat man für dir Baumstämme zum Zusammenbinden benutzt. War aber nicht so dolle, außerdem stand dort auch schon wieder ein Reisebus...
Zurück auf den Hwy 19 nach Cambell River, Courtenay zum Fähranleger nach Denman 1 (Island). Nach einem Baguette vom Subway sind wir mit der Fähre rübergemacht. Da der Campingplatz auf der Insel nicht so dolle war, haben wir uns entschlossen, noch eine Insel weiter anzusteuern: Hornby Island. Eine sehr kleine Insel, etwas größer als Neuwerk, aber mit Bergen (ca. 200m) und allenmöglichen Künstlergeschäften in sehr schönen Holzhäusern.

An der Tribune Bay ist ein sehr schöner Sandstrand und auch unser Campground. Ich war noch im Pazifik schwimmen, wenn man rein und rauslaufen als das bezeichnen kann...Den Nachmittag haben wir uns es am Strand gemütlich gemacht und die Sonne genossen. Als die Flut kam, frischte der Wind auf und wir sind zurück zu unserem Camping-Platz, um dort noch ein wenig zu lesen, Lagerfeuer und Essen zu machen.
28.09. – Alternative auf dem Dorfplatz
Eigentlich wollten wir uns heute Kajaks mieten, aber das Wetter war nicht so klasse , bewölkt und etwas windig. Wir sind erst mal "Downtown" und dann zum "Helliwell Park". Dort sind wir einen Rundweg gegangen, welcher durch den Wald zu einer kleinen Steilküste führte. Auf einen kleinen Inselgruppe entdeckten wir ziemlich viele Seehunde und ein paar Kormorane (Lars Freunde!). Auf dem Rückweg durch den Wald haben wir noch ein Ahornblatt und ein paar Samen gesammelt. Lars hat vergeblich versucht einen "Woodpecker" zu fotografieren.
Wieder zurück "Downtown" haben wir in "Jan's Cafe" Burger gegessen und dann ging die Show los. Alle kuriosen Gestalten der Insel kamen aus ihren Verstecken. Alle im Hippie/Alternativ-Look, langhaarig, Kappe mit Feder bespickt. Ein Typ hat auf Bongos getrommelt und eine Afrikanerin und eine Rothaarige haben afrikanisch dazu getanzt. Eine andere Tusse reihte sich auch noch ein, die sah aus, wie eine Mischung aus Mamas Töpferlehrerin und Tante Marianne. So viele Verrückte auf einem Haufen habe ich noch nicht gesehen und alle hatten Zeit (schließlich war es zwischen 13-14Uhr).
Wir sind dann über die Insel gedüst, Lars hat in einem kleinen Häfchen noch Seesterne fotografiert und dann sind wir wieder zurück nach Vancouver Island gefahren. In der Nähe von Parksville haben wir unser Nachtlager aufgeschlagen, im Rathtrevor Beach Prov. Park. Warum es hier aber sauvoll ist, das weiß ich auch nicht???
29.09. – Abbotsford und Taschen packen
Noch einmal richtig ausgeschlafen, das haben wir genossen... Nach Nanaimo war es nicht mehr weit, also ging es recht schnell bis zur Fähre, allerdings mussten wir noch ca. 1.30h warten, haben wir aber mit Lesen überbrückt. Die Fähre war allerdings auch eine alte Klapperkiste, so 40 Jahre alt, da war natürlich nicht viel mit Luxus. Aber der Kaffee war OK. Imke hat sich noch mal über die aktuellen Olympianachrichten informiert.
In Horseshoe Bay angekommen sind wir den nächsten Highwayexit 'raus und haben die restlichen Nudeln gegessen. Kurz vor Abbotsford wollten wir eigentlich auf dem Aloha-Campground bleiben, aber Alohahe war saumies am Highway gelegen. Außerdem war die Chefin wohl auch gerade voll, also weiter nach Abbotsford. Dort haben wir dann die Taschen gepackt, den morgen müssen wir den Camper abgeben... snief
30.09. – Angel TV und "Dogs at Jobs"
Heute mussten wir erst mal noch ein bisschen den Camper aufräumen und dann abgeben. Schade! Der nette Opi hat uns mit zwei anderen Deutschen nach Vancouver gefahren. Unser Hotel: Bosman's Motor Inn. Das war der totale Reinfall und viel zu teuer. Wenigstens konnte man Fernsehen gucken. Wir sind dann erst mal über die Robson Street und nach Gastown. Dort hat Lars sich noch ein T-Shirt und Totempfahl gekauft. Abends wollten wir Essen gehen, aber kein passendes Restaurant gefunden, Lars hat dann in einer Kneipe Hähnchen gegessen und ich ein Baguette von Subway. Im Hotel haben wir dann noch Glotze geguckt (so tolle Sendungen wie: Angel TV, The Law, Dogs at Jobs) und Wein getrunken.
01.10. – Science World und Abreise

Die Nacht war oll. Das Frühstück haben wir in einem netten Cafe auf der Robson Street eingenommen. Das klassisch kanadische mit Pfannkuchen und Ahornsirup. Danach sind wir Richtung Science World gegangen, was wir uns noch anschauen wollten. Der Flug ging ja erst heute Abend.
Die Science World war echt spitze. Sehr interessant besonders für Kinder geeignet. Da gab es diverse Shows, wo die Kinder direkt mit den physikalischen Effekten und Phänomenen konfrontiert wurden. Der Hit war die elektrostatische Aufladung, wo die Haare in alle Richtungen abstehen, da sind die Kids voll drauf abgefahren.
Auf dem Rückweg noch ein Kaffeestopp im Starbucks und dann mit unseren Rucksäcken und Taschen im Taxi zum Flughafen. Ein netter Inder, der auch schon mal in Deutschland gewohnt hat, hat uns zum Airport gefahren. Der Flug war teilweise turbulent. Dafür hatten wir eine tolle Sicht auf Grönland. Neben uns saß eine sehr nette Frau, die bei Bertelsmann arbeitet und Imke exklusiv den neuen Teil von Diana Gabaldon zu schicken wollte. (Seitdem bekommen wir immer mal wieder Bücher geschenkt, das ist wirklich nett...)
02.10. – Ankunft in Hamburg

Am Morgen sind wir dann in Hamburg angekommen und Marc hat uns abgeholt.
Die Erlebnisse diese Urlaubs werden wir wohl nie vergessen. Ein unfassbar abwechslungsreicher Monat in einem wunderschönen und landschaftlich sehr eindrucksvollen Land.
Kanada, wir kommen wieder...