14.09. – Asiaten am Lake Louise
Um 7.00h wollten wir aufstehen, aber es war so arschkalt (-3°C), dass Lars die Heizung angemacht hat und wir bis 7.30h gewartet haben, dass der Camper warm wird.
Um 9.00h waren wir am Lake Louise, wo schon mindestens 10 Busse mit Japanern standen. Vor dem Abmarsch Richtung Lake Agnes und Mirror Lake wollte Lars noch den Lake Louise fotografieren, wie still das Wasser ist und die Berge spiegelt. Gerade als er abdrücken wollte, kam ein Japaner und griff ins Wasser. Somit war das idyllische Spiegelbild der Berge erst einmal in Wasser gefallen und wir mussten warten. Dass der See der meist fotografierteste See überhaupt ist, lässt anhand der Menge Asiaten schnell nachvollziehen...
Kaum in den Bergen waren wir wieder alleine. Am Lake Agnes haben wir die erste große Pause gemacht. Nach ca 3,5km. Dann gestärkt bei strahlend blauen Himmel ging es zum Big Beehive.
Das war ziemlich steil und da der Weg im Schatten lag, auch zum Teil mit Schnee bedeckt. Ganz schön rutschig. Oben gab es zur Belohnung eine Spitzenaussicht zum türkisen Lake Louise.
Von da aus sind wir dann zum Plain of the Six Glaciers gegangen, ein zunächst sehr gemütlicher Weg, der aber leider die letzten 1,6km bei Bruzzelhitze ziemlich steil war.
Beim Plain of the Six Glaciers haben wir schön lange Rast gemacht und dann kam ein Schneebrett von einem Berg der anderen Talseite herunter. WOW! Ein ganz schönes Krachen war das.
Während wir Brote gegessen haben, kam dann ein kleines Erdhörnchen und hat ein paar Krumen abgezweigt. Süß! Leider war es auf einmal ziemlich crowded, aber kann man ja nicht ändern. Zurück war es sehr human, nur unsere Füße taten tierisch weh.

Unten angekommen, haben wir noch ein paar Freeclimbern zugeschaut, geile Felsen, hoch und 1000 Überhänge, da waren die Chefs am Werk... Am Lake Louise Hotel war es supervoll, alle fett und mit Taucher- und neuerdings auch Schweißerbrillen unterwegs. Nur Busse kamen uns entgegen – schrecklich. In Lake Louise Town haben wir noch eingekauft und dann mussten wir unsere Füße noch in den Bow River halten. KALT! Danach haben wir gegrillt, Tage-
buch geschrieben und ab ins Bett, weil nach 18km und 500 Höhenmetern waren wir völlig hin und voller Sonnenbrand.
15.09. – Kanadas höchster Wasserfall

Sehr früh sind wir heute aufgestanden, da wir zum Lake O’Hara wollten. Dorthin fährt ein Bus um 8.30h und da wir keine reservierten Plätze hatten, mussten wir uns dort hinstellen, um einen der letzten Standby-Plätze zu ergattern. Leider haben wir keinen mehr bekommen. Schade, Schade, wo es doch sehr schön dort oben sein soll.
Der Busstop war kurz vor Field. Wir sind erst mal zurück nach Lake Louise, um zu tanken und im Info-Center vielleicht Plätze für morgen früh zu reservieren, leider geht das wieder nur im Info-Center von Field. Also wieder nach Field. 1 Platz gäbe es noch, ansonsten Standby...Naja mal schauen...

Von Field ging’s jetzt alternativ zum Emerald Lake. Auf dem Weg dahin haben wir uns die natürliche Steinbrücke über den Kicking Horse River angeschaut. Der Kicking Hoerse River hat sich dort im Laufe der Zeit durch den Felsen gearbeitet. Der Emerald Lake war leider gar nicht so türkis, wie in den Reiseführern abgebildet, wahrscheinlich waren wir zur falschen Jahreszeit hier.

Unsere Alternativwanderroute führte uns zu den Takakkaw-Falls im Yoho Valley. Mit 380m der höchste Wasserfall in Kanada. Es war so schön leer, aber dann auf dem Rückweg zum Parkplatz: Asiaten-Invasion Teil II!
Tausende Fotoapparate klickten unerbittlich. Und immer „Ich-stell-mich-davor“-Bilder. Wir gingen vom Parkplatz aus in Richtung Twin Falls und sofort wurde es ruhiger, eigentlich waren wir ganz alleine unterwegs.

Längs des tosenden Yoho Rivers erreichten wir nach 4,5km die Laughing Falls. Nach weiteren 4km waren wir nach ständigem Auf und Ab (wobei Auf überwiegte!) an den Twin Falls angelangt. Von den zwei Wasserfällen war aber nur ein in Betrieb (Wassermangel...). Ein beschauliches Plätzchen aber nicht so schön, wie die Aussicht gestern. Hier wird erst mal eine anständige Brotzeit veranstaltet.

Zurück sind wir über den Marpole Connector erst am Marpole Lake, einem tiefgrünem Bergsee, dann über ein nicht enden wollendes Geröllfeld zum Little Yoho Valley Trail, der uns wieder zu den Laughing Falls führte.
Imke hielt schon wieder Ausschau nach ihren feinen Kollegen, aber keiner wollte sich blicken lassen. Die letzten 2km des Rückweges haben wir uns mit einer Marathonläuferin aus New Hampshire unterhalten. Lässiger Smalltalk in englisch...

Auf dem Rückweg von den Takakkaw Falls zum Hwy 1 war auf einmal Traffic Jam auf der Straße, das konnte nut bedeuten, dass irgendwo ein wildes Tier herumlungerte. Es waren 2 Cariboo-Hirsche, die aber so weit weg waren, dass es sie zu fotografieren nicht lohnte.
Was für Füße kann man eigentlich haben? Heute sind wir schon wieder 18km gelaufen und wir beschlossen heute lieber früh ins Bett zu gehen und morgen lange auszuschlafen...
16.09. – Three length of a bus...
Ja, heute haben wir schön lange geschlummert. Dann nach dem Frühstück sind wir zum Infocenter und dann ab Richtung Jasper. Kurz nachdem wir auf dem Hwy 93 gefahren sind, war mal wieder Traffic-Jam. Hoffentlich nicht wieder ein Hirsch, aber nein, es war ein niedlicher kleiner Schwarzbär, der von einem Busch die Blätter abknusperte. Dann sind wir weiter über den Bow Pass und Sunwapta Pass.
Von dort aus zum Parkers Ridge, da muss man 2,1km bergauf gehen und hat einen supertollen Blick aus den Saskatchewan-Gletscher. Das ging mir noch ganz schön in die Beine, aber na ja – muss man durch. Anschließend sind wir weiter Richtung Columbia Icefield, wo man auf den Athabasca-Gletscher rumlaufen kann und leider auch mit einem Snowbus raufgekarrt werden kann. Dort angekommen war es auch dementsprechend crowded und saumies.
Dann war wieder Traffic-Jam und am Straßenrand standen 2 Dickhornschafe und etwas weiter dann endlich die Mountaingoats, die Bergziegen der Rockies. Dann sind wir noch zu den Sunwapta und den Athabasca Falls gefahren, die auf dem Weg lagen. Ganz schön aber auch crowded. Von den Athabasca Falls sind wir dann eine Nebenstrecke nach Jasper gefahren, in der Hoffnung noch einen kleinen Moosie zu sehen, aber niente! In Jasper ist es auch ganz schön voll, aber lange nicht so wie in Banff.
McD war unsere erste Station. Das musste mal sein, dann haben wir uns ein Fernglas gekauft, weil besser ist das und sind noch zum Infocenter. Dort war keine Nachricht von Ute, die auch irgendwo in Kanada unterwegs war. Wir haben dann auf dem Whistler Campground eingecheckt und eine sehr interessante Show im Freilufttheater über Wölfe der Umgebung gesehen. Sehr schön und witzig mit der kleinen Wolfhandpuppe namens Walter the Wolf. Der Rat von Wildlife Conflict Officer Wes Bradford:“Three length of a bus between the elk and you...!“
Anschließend saßen wir noch ein wenig am Lagerfeuer.
17.09. – Auf einer Eisscholle…

Wiedereinmal nicht um 7.00h aufgestanden. Nach dem Frühstück war es schon 9.30h. Bevor wir zur Wanderung aufgebrochen sind, haben wir noch mal daheim angerufen und unsere Eltern beruhigt, bzw. Lageberichte eingeholt, wie es zu Hause aussieht. In Emmerthal war aber nur Vanessa da, die erst mal einen erzählen musste. Danach ging es zum Mount Edith Cavell, der über eine sehr holprige Straße zu erreichen war. Leider ist das Wetter heute so mies, dass die hohen Gipfel wieder in den Wolken sind. Mit 3363m ist er einer der höchsten im Jasper-Park. Zu seinem Füßen befindet sich ein Gletschersee indem sogar Eisschollen treiben. Da die 15km lange Fahrt recht beschwerlich war, ist es aber auch nicht so voll gewesen wie sonst. Eine kleine Eislawine gab es auch noch zu sehen.
Da Faulheit heute mal wieder siegte, beschlossen wir nicht mehr zu wandern, sondern lieber irgendwo Angeln zu gehen. Am Lake Patricia und Lake Pyramid war das Angeln leider nur bis zum 4.9. gestattet, also sind wir etwas weiter nach Norden zum Talbot Lake gefahren. Da dort fischmäßig tote Hose war (nach 1 ½ h...) noch 2 Versuche am Athabasca River, die aber auch erfolglos blieben.

Wir sind dann noch mal kurz Richtung Maligne Lake gefahren und am Maligne River haben wir erst 2 Wapitis im Fluß stehen sehen. Nach einer Weile des Beobachtens von der 6ten Brücke röhrte es gewaltig hinter uns: ein geiler Kapitalwapitihirschbulle (7-Ender). Wir sofort an Wes’ Worte gedacht und immer schön 3 Buslängen Abstand gehalten. Nach dem Abendessen war der Tag für uns heute zu Ende à früh ins Bett.
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