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Saharadurchquerung - Tanezrouftpiste - Teil 2

Erlebnisurlaub Europa Afrika Italien Tunesien Algerien Mali April 1999
Lars Reckemeyer, Eric Böttger, Sven Ole Borg
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Tag 3: Nach Genua

auf der Kurvenautobahn Aufgrund eines Steinschlags zwischen Riva und Limone mussten wir einen großen Umweg durch die Berge machen. Hoffentlich kommen wir rechtzeitig zur Fähre...
Wer schon mal mit einem vollgeladenen Geländewagen nach Genua gefahren ist, verflucht erstmal alle Italiener und den nächsten Tag seine Arme (Muskelkater aufgrund der kurvigsten Autobahn kurz vor Genua).
In Genua angekommen erschleicht uns schon das erste Gefühl von Afrika, einmal sehen die Häuser nicht mehr ganz so intakt aus und das Hafenterminal für unsere Fähre Habib (Daerr-Info) ist auch nicht mehr die neueste. Weiterhin trifft man hier genügend verrückte Leute, die sich auch für die Sahara ausgerüstet haben. Von Fahrradtouristen über Motorradindividualisten bis hin zu den teuersten Landroverspezialisten. Eins war klar, wir hatten die billigste Ausrüstung.
Fähre Habib Auf der Fähre war Afrikastimmung pur, vor allen Dingen durfte man nur die erste halbe Stunde auf Toilette müssen... danach war alles kontaminiert...
Als wir auf Deck uns leckere Nudeln kochten, gab es den ersten Vorfall. Gerade als wir den Benzinkocher zusammengepackt hatten, kam der Chefsteward vorbei und fragte nach unserem Vorhaben, ob wir gekocht hätten, denn Feuer sei hier strengstens verboten. Wir hätten wohl mit einer Geldstrafe rechnen müssen, hätte Eric nicht aus vollster Überzeugung dem tunesischen Victor (Sascha Hehn) erklärt, daß wir uns nur einen kalten Nudel-Salat gemacht hatten...(hähä, wer's glaubt...)

Tag 4: Tunesien

Afrika in Sicht Nach der 23stündigen Fährfahrt von Genua nach Tunis (Yahoo) waren wir ausgeruht und nun endlich bereit für Afrika. Auf dem Schiffsdeck kamen wir noch mit mehreren Afrikafahrern ins Gespräch und unterhielten uns über unsere Tourvorstellungen.
Die Route in Tunesien Die erste Hürde war der tunesische Zoll (Info), erster Bakschisch ging durch die Hände, um einige aufdringliche Tunesier zu beschwichtigen. Am späten Nachmittag kamen wir endlich raus aus Tunis. Auf der Autobahn fuhren wir in Richtung Hammamet (Yahoo), als ca. 20km davor Goldi2 streikte, die Lenkung versagte und es stark nach Gummi roch. Die erste Vermutung war eine Reifenpanne, aber das wäre ja zu einfach gewesen.
Panne auf der Autobahn Es stellte sich heraus, daß der untere Federteller durchgerostet und gebrochen war, womit die Feder am Reifen schrammte, der glücklicherweise heil geblieben war. Was nun? Ole blieb beim Peugeot und Eric und ich sind mit dem Nissan nach Hammamet, um ein Abschleppfahrzeug zu organisieren, inzwischen war es dunkel.
Als wir nach einer Weile mit einem Abschleppwagen zurückkamen hatte Ole schon Besuch. Das Problem war aber, das Ole kaum bis kein französisch konnte und somit nichts verstanden hatte, was die Polizisten ihn fragten (er war sichtlich nervös und sehr erleichtert, als wir wieder da waren).
Die Feder ausgebaut Es stellte sich heraus, daß der untere Federteller durchgerostet und gebrochen war, womit die Feder am Reifen schrammte, der glücklicherweise heil geblieben war. Was nun? Ole blieb beim Peugeot und Eric und ich sind mit dem Nissan nach Hammamet, um ein Abschleppfahrzeug zu organisieren, inzwischen war es dunkel.
Als wir nach einer Weile mit einem Abschleppwagen zurückkamen hatte Ole schon Besuch. Das Problem war aber, das Ole kaum bis kein französisch konnte und somit nichts verstanden hatte, was die Polizisten ihn fragten (er war sichtlich nervös und sehr erleichtert, als wir wieder da waren).

Tag 5: Zur Algerischen Grenze

Reperatur in Hammamet Kamelschild Der ganze Vormittag ging für die Reparatur des Federbeins drauf. Zum Glück hatten wir einen einigermaßen passenden Federteller in unseren Ersatzteilen. Es ist dann einer mit dem Federbein zum Schweißer gedüst (auf dem Mofa, versteht sich...). Der Federteller war total schief angeschweißt worden, ein paar Hammerschläge an der richtigen Stelle und es passt.
Die Werkstatt hatte nicht mal einen Federspanner. Das erledigt man dort auf eine andere Weise: ein altes Auto wird hochgebockt, die Feder dadrunter gespannt und dann wird das Auto wieder runtergelassen. Die nun gespannte Feder verrödelt man mit Draht und baut dann das Federbein wieder zusammen.
In der Tunesischen Wüste Mittags kamen wir endlich los, ein halber Tag war nun schon auf unserer zeitmäßig sehr begrenzten Reise verloren. Vorbei an den ersten sandigen und kargen Landschaften kamen wir durch Kairouan (www.tunesien-tourismus.de), Gafsa und Touzeur bis zur Grenzstation Taleb Larbi (www.daerr.de).

Algerien

Bienvenue en Algerie Für Westeuropäer die keinerlei Erfahrung mit dem afrikanischen "Insch Allah" haben, wird man an der Grenzstation Taleb Larbi auf eine harte Geduldsprobe gestellt. (auf eine sehr harte!!!)
Die tunesische Seite war trotz Wagendurchsuchung im Prinzip der lässigere Teil, denn die algerischen Zollbeamten sind die Hölle.
Unser größtes Problem stellte die Autoversicherung dar. Ganz deutlich auf dem Antrag für dieselbige war eindeutig zu lesen, daß es für unsere maximale 5tägige Aufenthaltsdauer mit touristischen Absichten nur 240,-Dinar pro Auto kosten müßte. Verlangt wurden aber lächerliche 4230,-Dinar (ca. 150,-DM für 5 Tage!?!) pro Auto!!! Stundenlange Verhandlungen brachten aber keinen Erfolg. "C'est obligatoire!", war die ständige Antwort.
Wir wollten dann in El Oued, der nächsten Stadt, die Autoversicherung beantragen, das wurde uns auch im ersten Moment erlaubt. Nach nur 20m wurden wir aber mit Gewehren im Anschlag angehalten, wir müßten auf dem Parkplatz übernachten, die Straße sei nachts zu gefährlich (is klar!).

Tag 6: Bis Ghardaia

Die Route in Algerien Wir haben völlig entnervt beschlossen das Geld zu bezahlen, hilft ja doch kein argumentieren, mais ce n'est pas bon!
Amars Taxi Amar und sein Kamel Dafür haben wir Amar den Taxifahrer getroffen, der ein oder andere Afrikafahrer kennt ihn wohl. Er wohnte zu DDR-Zeiten 10 Jahre in Bischofswerda und kann perfekt deutsch. Klar das wir bei ihm den ersten Handel trieben: ein paar Ersatzteile, Ersatzreifen, Altkleider usw. wurden wir hier los.
Restaurant in El Oued Als Dankeschön und als Zeitvertreib (wer fährt schon von der Grenze mit dem Taxi?!?) hat uns Amar zum Kaffee und Mittagessen in El Oued (www.algerie-guide.com) eingeladen. Sehr interessante Geschichten kann der erzählen. Nur am Rande sei erwähnt daß das Restaurant (kann man das so nennen?) die geilste Toilette (das 4eck) sowie Speisekarte (auf der Toilette) hatte. War aber lecker (das Essen jetzt), also noch mal Danke...
Kleine Anmerkung am Rand: Pepsi wird hier Mbebsi geschrieben.
Restaurant in El Oued Restaurant in El Oued Es wird wärmer. Wir durchqueren die nördlichen Ausläufer des Östlichen Großen Erg und entdecken immer wieder lustige Autowracks zwischendurch. (Afrikanischer Bulli, da VW-Logobohrung nicht mittig!)
Unterwegs werden wir in jedem Dorf, Ort, Stadt angehalten und wir müssen unsere kompletten Reisedokumente vorzeigen. Da das sehr mühselig ist, hatten wir in weiser Voraussicht für jeden von uns Datenblätter mit allen relevanten Sachen (Foto, Perso-Nr., Anschrift, Herkunft, Reiseziel, Beruf der Eltern, etc.) vorbereitet, das hat uns viel Zeit gespart. Die Algerier fanden das auch sehr gut, da sie das so besser lesen konnten und alles auf einem Zettel hatten, ohne lange suchen zu müssen.
Nach Durchfahrt in Touggourt und Ouargla schlagen wir kurz vor Ghardaia dann unser Nachtlager auf.
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©2009 Lars Reckemeyer - Letzte Änderung am 25.05.2009
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