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Aktion Nordic Blading auf dem kompletten Weserradweg

Aktionen Europa Deutschland 10.-14. Mai 2005
Lars Reckemeyer
Über Pfingsten 2005 habe ich den kompletten Weseradweg "abgeskatet". 4 Übernachtungen mit Schlafsack und Isomatte.

10 Jahre ist es jetzt her, dass ich von Konstanz nach Cuxhaven gefahren bin. Nun ist mal wieder ein Projekt fällig. Durch Deutschland fällt aus,da 1200km einfach zu lange dauern. Der Elberadweg wäre noch interessant, ist mit fast 900km aber immer noch zu lang. Also passt der Weserradweg mit fast 500km perfekt. In fünf Tagen muss er mit 100km zu schaffen sein. Als Navigationshilfe dient in erster Linie der sehr gut beschilderte Radweg. Anstatt einer losen Karte habe ich einen kleinen PocketPC dabei, wo das Kartenmaterial digitalisiert vorliegt. Abends und in Pausen kann ich dann gleich den Tourenbericht schreiben. Außerdem kann man nebenbei MP3s hören, um den Fahrtwind zu übertönen.

Dienstag

Streckendetails Dienstag
15.00h - BS, Abfahrt ICE
16.50h - Hann.Münden
17.15h - Weserstein
18.15h - Hemeln, Regen
19.20h - Oedelsheim, Essen Zum Kronenhof, Alster und Nudelpfanne
20.10h - weiter
21.20h - Bad Karlshafen, Therme, Pils
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44km
Fahrzeit:185min
Øv:14,27km/h
Rentner am Weserstein Mit dem Zug bin ich von Braunschweig nach Hannoversch Münden gefahren. Am Bahnhof bin ich in meine Skatingklamotten geschlüpft und habe den Weserstein gesucht. Vor lauter Rentnern war der kaum zu sehen. Ein kurzer Blick in die Altstadt und dann beginnt das Projekt KWIT (Komplette Weser Inline Tour). Nach einer Stunde Fahrzeit begann es vor Hemeln an zu regnen und meine neuen BlackRain-Lager werden auf ihre erste Bewährungsprobe gestellt. Nach dem kurzen Schauer waren die Straßen leider recht naß und rutschig. In Oedelsheim lockte mich die Nudelpfanne im Gasthaus Zum Kronenhof und ein Alster rundete den Aufenthalt ab. Mit schweren Beinen und wunden Füßen (am Sonntag war Inline-Marathon in Hannover) bin ich wieder auf dem Weg nach Bad Karlshafen.
Nacht in der Therme Dort angekommen liegen heute schon 44km hinter mir. Das war mir ein großes Pils in der Therme wert. Oh, schon 22.00h, die Therme schließt. Ich traf den Nachtwächter und fragte ihn, ob ich unter einem Überdach schlafen könnte. Er bot mir an in der Therme zu schlafen, ich müsste nur aufstehen, bevor die ersten kommen. So machte ich es mir im Solarium-Raum gemütlich. Hier war schon fast zu warm, ich konnte es in meinem Seiden-Inlet gerade so aushalten, aber besser als frieren.

Mittwoch

Streckendetails Mittwoch
05.00h - Aufstehen
08.00h - Abfahrt
08.45h - Beverungen, Minipreis, Frühstück
09.40h - weiter
11.00h - Holzminden
11.20h - Bevern, Bäckerei, Kaffee und Snack
11.50h - weiter
13.30h - Bodenwerder
14.05h - Emmerthal
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80km
Fahrzeit:280min
Øv:17,14km/h
05.00h, der Nachtwächter weckt mich. Die Putzfrauen würden bald kommen. Was soll ich den nun so früh in Bad Karlshafen anfangen? Ich suchte erstmal einen Bäcker, vielleicht gibt es dort schon ein feines Käffchen. Die Bäckersfrau war leider nicht sehr freundlich und verkaufte mir nur zwei Mehrkornbrötchen. Die nächsten 1.30h schlug ich mir an einer Bushaltestelle um die Ohren, bibber. Jetzt fing es auch noch an zu regnen. Das Rathaus öffnete um 07.00h, dort gab es einen Gästeraum zum Aufwärmen und eine Zeitung von gestern. Obwohl es immer noch recht naß war und auch nach weiterem Regen aussah, beschloß ich weiter zu fahren. Am ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen fing es auch nochmal richtig an zu schiffen.
Kaffeepause Ich rettete mich in Beverungen in ein Einkaufszentrum und ordete beim örtlichen Bäcker ein Frühstück mit zwei feinen Käffchen. Weiter auf nassen Wegen entdeckte ich kurz vor Höxter den Köterberg mit 5..m. Für Schloß Corey hatte ich natürlich auch keine Zeit. In Holzminden musste ich aufgrund schlechter Wegstrecke vom Weserradweg abweichen und rollte über Allersheim nach Bevern. Dort war beim örtlichen Bäcker Mittagspause. Direkt nachdem ich los fuhr fing es kräftig an zu regnen, dass ich mich sogar unter einem Baum unterstellen musste. Die gerade getrockneten Wege waren jetzt wieder nass. Nach Reilefzen führte die Straße sehr anstrengend über einen Berg.
Bodenwerder Nachdem ich noch ein paar Radfahrer überholt hatte, erreiche ich um 13.30h Bodenwerder. Ein Foto am Münchhausendenkmal und dann die letzte Etappe über Hehlen und Grohnde nach Emmerthal. Um 14.45h liege ich in einer heißen Badewanne bei meinen Eltern. Nach dem Nachmittagsnickerchen bis 18.00h stand noch eine intensive Skatereinigung bevor. Ich habe alle Lager ausgebaut un so gut es ging von der Nässe befreit. Sie sind zwar nicht gerostet, aber Dreck hat sich trotzdem in ihnen abgesetzt. Zwei waren schon fest. Die durchgeschwitzte Kleidung hat meine Mutter schon gewaschen und ist bereits getrocknet.

Donnerstag

Streckendetails Donnerstag
07.30 - Abfahrt
07.55 - Hameln
09.50h - Rinteln, Bäcker-Cafe
10.45h - Abfahrt
12.00h - Porta Westfalica
12.20h - Minden
13.20h - Petershagen, Gasthof Hopfenberg
15.00h - Abfahrt
16.30h - Stolzenau, Cafe Grobe
17.00h - Abfahrt
18.30h - Nienburg, McD, Lidl
20.15h - Balge am Schleusenkanal
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135km
Fahrzeit:550min
Øv:14,72km/h
Nach einem ausgiebigen Frühstück bei meinen Eltern bin ich auf der dritten Etappe meiner Tour. Geplantes Etappenziel ist Stolzenau. Vorbei an Hameln und Hessisch Oldendorf erreiche ich kurz vor zehn Rinteln. Einige Wege waren leider mit feinem Mineral aufgefüllt, die auch nicht nah umfahren werden konnten. Aber dank der Stöcke und viel Armkraft ging es auch hier weiter. In dem Cafe in der Fußgängerzone von Rinteln brauchte ich das Muntermacherfrühstück und einen Kaffee sowie einen Kakao. Die Klamotten waren nach der fast einstündigen Pause immer noch nass, egal. Kurz nach Rinteln erblickte ich das bekannte Kaiser Wilhelm Denkmal an der Porta Westfalica. In Veltheim beschloss ich noch eine letzte Bergetappe in Richtung PW-Hausberge zu fahren, um mir den weiten Weg um Bad Oyenhausen zu sparen. Das hat den Weserradweg vielleicht um 10km gekürzt. Die Abfahrt von den vorher erklommenen 80m konnte ich leider nicht geniessen, da die Straße in einem miserablen Zustand war und ich stark bremsen musste. Das ging in die Knie und Knöchel.
Bei Minden Nach Minden kreuzte ich das Wasserstraßenkreuz (Weser/Mittellandkanal). Und relativ unschön über die B61 kam ich schließlich nach Petershagen, wo wieder eine längere Pause einlegte. (Salat mit Hähnchenbrustfilet und zwei Alster) Noch 20km bis zum Etappenziel, vielleicht schaffe ich heute auch etwas mehr. Jetzt kommt die Sonne raus, hoffentlich wird es jetzt endlich wärmer. Heute morgen waren es nur 5°C. In dem kleinen Örtchen Rußland sah man rückblickend noch einmal das Wiehengebirge und das KW-Denkmal der Porta Westfalica. Ab jetzt kommt nur noch Flachland.
In Stolzenau kam noch gerade rechtzeitig zur Kaffeezeit vorbei. Im Cafe Grobe wollte ein Pott Kaffee sowie ein Nougatring und eine Mohnschnecke in mich rein. Da noch Zeit war, beschloss ich weiter zu fahren. Hinter Stolzenau kam ein fieses Stück Erdweg mit Mineral und danach immer wieder Panzerplattenwege. Ab Estorf war der komplette Radweg bis Nienburg sehr wellig und extrem anstrengend da sehr rau. In Nienburg suchte ich eigentlich eine Pizzeria und landete schließlich bei McDonalds. Noch schnell zwei Dosen bei Lidl gekauft und dann weiter Richtung Norden, um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Der alternative Radweg war leider miserabel, Mineralgemisch und auch mal Kopfsteinpflaster. Überhaupt waren die Wege rund um Nienburg sehr schlecht.
Im Schlafsack Nahe Balge fand ich schließlich am Schleusenkanal eine feine Hütte zum Nächtigen. Der Himmel ist mittlerweile wolkenlos und es wird diese Nachtvwohl recht frisch. Mal scheuen, ob meine neu North-Face Tüte warm genug ist.

Freitag

Streckendetails Freitag
07.05h - Abfahrt
07.20h - Schweringen, Bäckerei
07.45h - weiter
10.00h - Verden, Auenland am Rathaus, zweites Frühstück
10.45h - weiter
11.40h - Achim
13.30h - Bremen
14.15h - Bremen Seehausen, Weser Utkiek, Chili Con Carne, 2 Alster
15.30h - weiter
17.00h - Orth, Melkhus, Kaffee
17.25h - weiter
17.40h - Hunte-Sperrwerk
18.00h - weiter
18.45h - Brake
19.30h - Rhodenkirchen, Abserdeich
20.25h - weiter
20.45h - Gaststätte Bootshaus
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134km
Fahrzeit:575min
Øv:13,98km/h
Die Tüte war warm genug, aber gerade so. 5°C waren heute morgen und ein kalter feuchter Nebel umgab den Schleusenkanal. Das Aufstehen dauerte entsprechend lange. In Schweringen gab es auch gleich einen Kaffee. Die Fahrt nach Verden verlief leider etwas schwierig. Ein Radwegrichtungsweiser zeigte in eine Richtung der ich folgte, leider führte er von der Weser weg, was ich erst 5km später bemerkte. Um 10.00h kam ich dann in Verden an und nutze das schöne Wetter und aß ein zweites Früstück im Sonnenschein vor dem Rathaus. So wie es im Moment aussieht, werde ich Rückenwind bis Bremen haben. Mein linker Knöchel macht Probleme, Schmerzen bei Belastung. Zusätzlich besteht den Fahrradweg aus Panzerplatten mit starken Kanten. Erst am Schleusenkanal wurde der Weg besser und ich konnte den Rückenwind geniessen.
Bremer Promenade In Achim wurde es sehr schlecht, ich musste den Radweg umfahren. Der Fahrradweg in Achim bestand aus längsgepflasterten Steinen in sehr schlechtem Zustand und das 10km lang. Danach tat alles weh. Bis Bremen-Hemelingen fuhr es sich wieder super mit Rückenwind. Erst im Hafen gab es gebrannte Pflastersteine mit Kopfsteinpflasterpassagen und zum großen Glück noch eine feine Mineralmische achtern ran. Die komplette Weserpromenade fuhr der Rückenwind mit mir. So raste ich am Weserstadion vorbei und auch an der ganzen Innenstadtpromenade.
Auf dem Elsflether Sand In Seehausen gab es eine schöne Portion Chili con Carne im Weser Utkiek. Danach mit feistem Rückenwind hinterm Deich bis kurz vor Elsfleth wo ein feiner Kaffee im Melkhus gezapft wurde. Kleiner Tipp von Karin, ich sollte über den Elsflether Sand und dann über das Hunte-Sperrwerk, welches nur zur vollen Stunde öffnet. In Brake wollte ich mir wieder zwei Nachtbier kaufen, im Aldi gab es aber nur einen Sixpack, egal. Als ich die erste Kanne auf hatte, merkte ich, dass es halbe Liter waren, na Prost.
Der Hafen von Rhodenkirchen  Die Hand getapedIn Rhodenkirchen aß ich hinterm Deich im Abserdeich-Gasthof. Wäre da nicht ein nerviges Kleinkind gewesen, hätte ich wohl hier auch genächtigt. Also weiter. Bei der Bootshausgaststätte finde ich in einem Carport meinen Schlafplatz. Na dann Gute Nacht, ein paar Betthupferlpils habe ich ja noch.

Samstag

Streckendetails Samstag
07.30h - Abfahrt
08.30h - Nordenham, Bäcker
09.10h - Fähre Blexen
09.40h - Fähre Abfahrt
10.00h - Bremerhaven
12.30h - Spieka-Neufeld, Zum Leuchturm
13.25h - weiter
14.35h - Ankunft in Cuxhaven, Duhnen
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70km
Fahrzeit:310min
Øv:13,45km/h
Herrlich geschlafen habe ich heute Nacht, da es in dem Carport windstill war und ca. 7°C. Bis nach Nordenham ging es auf sehr schlechter Wegstrecke weiter. Ein Kaffee und ein kleines Frühstück gab es beim Bäcker. Bis Blexen musste ich über die Bundesstraße fahren und schließlich 30min auf die Fähre warten. In Bremerhaven empfing mich gleich schönes Kopfsteinpflaster. Ich bin dann quer durch die Fussgängerzone in Richtung Freihafen. Werktags ist das hier durch die vielen LKWs für Fahrradfahrer und Skater lebensgefährlich. Auch hier schlecht gepflasterter Radweg. In Insum verlasse ich die Straße in Richtung Deich. Hier empfing mich ein steifer Nordwind. Ein extremer Gegenwind. Zähne zusammen beißen und durch. In Spieka-Neufeld brauchte ich Kohlenhydrate in Form von Seelachs und zwei Alster sowie eine Tasse Kaffee. Jetzt noch ca. 15km und ich habe Duhnen, das Ziel ereicht. Der Wind bläst weiterhin stark von vorne und mich quält der Gedanke mich einfach abholen zu lassen. Von Spieka nach Holte-Spangen ist der Weg zusätzlich voll mit Löchern und Bodenwellen.
am Ortsschild Cuxhaven Bei meinen SchwiegerelternUm 14.30h ist es nach 4 Tagen soweit, ich erreiche das Ortsschild Cuxhaven-Duhnen. Noch 1km und ich bin bei meinen Schwiegereltern und werde von der kompletten Familie empfangen. Darauf 2 Pils, dieses Wochenende fahre ich bestimmt keine Inline Skates mehr.

Gesamtstrecke

464km Fahrzeit:1900min, bzw. 31,7h Øv:14,65km/h
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©2009 Lars Reckemeyer - Letzte Änderung am 25.05.2009
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